Donnerstag, 14. Mai 2009

Traurig aber wahr...

...ist diese Geschichte:
Manche Menschen müssen sich durch unseriöse "Hundezucht" bereichern. Dass so etwas üblich ist ist ja schon traurig genug. Viele allseits beliebte Rassen wurden dadurch schon ausgebeutet und zu Tode gezüchtet.
Aber diese traurige Entwicklung scheint nun auch auf "unsere Whippets" überzugreifen. Tatsächlich gab es schon mehrmals in diversen Internet-Anzeigen zu lesen:
"Whippet-Welpe zu verkaufen, gechipt, entwurmt und geimpft. Mit EU-Tierpass und in der Familie aufgewachsen. € 1.500,--"

HALLO?!?!?!

Welcher halbwegs normale, vernünftig denkende Mensch kauft sich einen Rassehund um über tausend Euro ohne (ich betone OHNE) Stammbaum???? Bei einem Schwarzzüchter?
Das es hier nur um Geldgier geht muss gar nicht extra erwähnt werden...

Es kommt ja nicht von ungefähr dass Züchter strengen Kontrollen unterliegen. Abgesehen davon dass die Zuchtstätte kontrolliert wird und Auflagen erfüllen muss, muss auch die Mutterhündin viele (kostspielige) Untersuchungen machen - schließlich hat es etwas mit Verantwortung zu tun ob man mit einer komplett gesunden Hündin züchtet oder einfach irgendeine Hündin nimmt weil sie "so lieb und hübsch" ist...
All das kostet nicht wenig, aber wenn man den Hund (welche Rasse auch immer) von einem seriösen Züchter kauft und einen Stammbaum bekommt, weiß man auch wofür man bezahlt! Nur so ist garantiert, dass man einen gesunden Hund bekommt, der nicht nur dem Rassestandart entspricht, sondern auch in artgerechter Umgebung aufgewachsen ist und gut sozialisiert wurde.

Wieviel richtige Züchter dabei verdienen kann sich jeder ausrechnen:
Kaufpreis des Welpen
minus: Besuch von Ausstellungen um überhaupt züchten zu dürfen
minus: Zuchtzulassung
minus: Decken durch einen Rüden (der auch Ausstellungen besuchen muss!)
minus: sämtliche Untersuchungen der Mutterhündin und der Welpen
minus: Kosten für die Errichtung und Einrichtung der Zuchtstätte
minus: Futter und Aufzucht der Welpen
minus: Impfungen und Chip
(und ich als Laie habe hier wahrscheinlich noch so einige Punkte vergessen!)

Und wieviel ein Schwarzzüchter verdient:
Kaufpreis des Welpen
minus: Futter und Aufzucht des Welpen
minus (eventuell): Impfungen und Chip

Alleine deswegen ist es schon eine Frechheit für einen Whippetwelpen ohne Stammbaum € 1.500,-- zu verlangen (bei vielen seriösen Züchtern kostet ein Welpe weit weniger...). Für einen solchen "Schwarzzucht-Welpen" wären aber auch schon ein paar hundert Euro zu viel - denn solche Menschen darf man einfach nicht unterstützen!

Aber mal abgesehen von den horrenden Preisvorstellungen dieser Schwarzzüchter ist es einfach den Hunden gegenüber unverantwortlich einfach so drauf los zu züchten!!! Rassestandart wird da auf einmal unwichtig, Gesundheit der Hündin und des Rüden werden nicht oder nur teilweise abgecheckt - da darf man sich nicht wundern wenn mit kranken Hunden gezüchtet wird und Inzestverpaarungen gang und gebe sind...

Und dass dann noch in diesen Internet-Anzeigen steht: "es gibt auch die Farbe getigert" - setzt dem ganzen ja wohl die Krone auf....

Traurige Grüße,
Dani
(nein, diesmal schreibt nicht Quentin, das musste das Frauli loswerden!)

Kommentare :

Sabine (Animagi) hat gesagt…

Liebe Dani,

ich danke dir im Namen aller angemeldeten Züchter für diesen Beitrag. Ich finde es großartig dass du dir die Mühe gemacht hast diese schlimmen Umstände, wie sie mittlerwele leider auch schon in Österreich herrschen ofen zu legen.

Wenn wir es so nur schaffen einige potentielle Welpenkäufer auf den richtigen Weg zu bringen, haben wir zumindest schon einen kleinen Beitrag dazu geleistet. Immerhin besser als stillschweigend da zu sitzen und nichts zu tun.

liebe Grüße

Sabine und die Animagis

maria hat gesagt…

also ich glaub, dass die Käufer solcher Hunde das aus folgenden gründen tun könnten:
schlicht + einfach uninformiert; wollen keine ev. weite reise auf sich nehmen; sie werden von einem züchter vielleicht doch nicht für geeignet empfunden, wollen aber trotzdem ihren kopf durchsetzen; wollen nicht länger warten ...
+ dann sind sie überrascht, wenn sie ein krankes oder sogar mischlingsexemplar haben!
das traurige ist auch (glaub ich zumindest) viele davon kommen dann ins Tierheim oder zu einer anderen Vermittlungsstelle, weil sie eben doch nicht den erwartungen entsprechen...

Qualität vor Quantität!
Qualität hat zwar ihren Preis, aber man muss nicht übertreiben, schon gar nicht, wenn es keine Qualität ist!

freu mich trotzdem schon auf's Wochenende, wenn wir uns mal wieder sehn ;>

lg, maria

Dani hat gesagt…

Sabine - danke für deine Worte, ich denke auch dass es besser ist so etwas aufzuzeigen als still zu sein und nichts zu machen!

Maria - du hast vollkommen recht wenn du sagst dass Qualität vor Quantität kommt, denn Leidtragende sind immer die Hunde!

Ich freu mich auch schon aufs Wochenende!!!!! ;-)

MfG Dani

Anonym hat gesagt…

Liebe Dani!
Du hast natürlich Recht mit dem was du schreibst, aber man darf die Schwarzzuchthundebesitzer nicht alle über einen Kamm schären! @ Maria: Ich bin so eine Schwarzzuchthundebesitzerin und ich habe mir den Kauf meiner Hündin sehr gut überlegt, ich habe mir ihr "zu Hause" sehr gut angesehen und sie fast von Geburt an jede Woche besucht und ich muß sagen es gab nichts aus zu setzen. Sie ist auch nicht mein erster Hund und ich würde für meinen Traumhund auch nach Sonstwo fahren und ich würde für meinen Hund wirklich alles tun und
10000de€ bezahlen und ich liebe sie über alles und sie is pumperlgsund. Das ich zu ihr gekommen bin war eher Zufall aber nun bin ich überglücklich dass ich sie habe und ich bin überglücklich dass sie bei mir gelandet ist und nicht sonstwo. Also bitte verteufelt nicht alle!
Liebe Grüße
Tina
P.S.: 1500€ is echt irre!!!! Wer zahlt denn das für einen Schwarzzuchthund????!!

Anonym hat gesagt…

Hallo,

Ich lese immer wieder mal bei Euch rein .. begonnen hab ich mit dem A Wurf der Animagis ;) (soo entzückend). Ich selbst habe leider keinen Hund und war sicher eine Uninformierte. Gott sei Dank wird damit durch EUCH aufgeräumt. Ganz abgesehen von den vielen vielen wunderbaren Geschichten und Bildern .. mit denen Ihr mir jedesmal ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Ich danke Euch und schicke einen Knuffel an die Vierbeiner!

Lg Doris

Dani hat gesagt…

Hallo Tina!
Mal gleich vorne weg: dieser Beitrag soll nicht die Besitzer der Schwarzzuchthunde, sonder die sogenannten "Züchter" dieser Hunde verteufeln, um es mal mit deinen Worten auszudrücken.
Ich würde für meinen Hund auch weit fahren und viel zahlen, nur würde ich mir trotzdem gut überlegen ob ich für einen Hund aus dubiosen Händen gleich viel oder sogar mehr zahlen will, als für einen Hund der sämtliche Papiere inkl. Stammbaum hat. Klar verkaufen viele Schwarzzüchter auch billiger, aber dann sind vielleicht die Tierarztrechnungen umso höher...

Ausserdem ist mein Beitrag hier vor allem für alle künftigen Welpenbesitzer (egal welcher Rasse) gedacht. Wenn nur ein paar von ihnen sich aufgrund meines Artikels ein bisschen besser informieren und in der Züchter-Welt ein bisschen besser umschauen hilft es schon was!!

MfG Dani

Dani hat gesagt…

@ Doris:
Hallo und schön dass du öfter mal bei uns vorbeischaust!
Noch schöner ist, dass mein Artikel schon den ersten Uninformierten zum Nachdenken angeregt hat!!

MfG Dani

Tanja hat gesagt…

Hallo Dani,

erstmal Herzlichen Glückwunsch zum gestrigen Erfolg Euch beiden! Habt Ihr toll gemacht, wir waren auch da.

Mit dem Artikel sprichst Du mir echt aus der Seele, da ich in einer Tierarztpraxis arbeite sehe ich leider allzu oft die Ergebnisse solcher "Schwarzzüchter". Leider sind nicht alle so wie die von Tina, wo es ja wies aussieht nicht nur um die Kohle ging. Am schlimmsten finde ich die die diverse Rassen aus dem Ausland im Kofferraum über die Grenze schmuggeln und die armen Hunde dann hier verkaufen. Meist kaufen die Leute die Hunde dann aus Mitleid um sie zu "Retten"! Toll, und schon werden die nächsten, viel zu früh von der Mutter, völlig unsozialisiert und häufig mit gefälschten Impfpapieren geholt. Leider machen sich die wenigsten Leute großartig Gedanken wenn sie sich ein Haustier zulegen und schauen auch nicht ob die jeweilige Rasse überhaupt zu einem passt, sondern nur wie sie ausschaut. Viele kaufen heute ein Tier so wie nen neuen Fernseher oder sonstwas und wenns nichtmehr passt dann muß es halt weg... wie Du schon sagtest, traurig aber wahr.

Liebe Grüße

Tanja und Shéco

Anonym hat gesagt…

Nachdem ich auch nicht stillschweigend dasitzen möchte, hier mein Kommentar:
Dass sich einige unseriöse Hundezüchter bereichern ist ja nichts Neues. Dass sich Hundekäufer an solche Leute wenden und einen horrenden Preis zahlen ist auch mir unverständlich. Ebenso unverständlich ist es, einen vermeintlich billigen Hund zu erwerben.

Hier wird ein Missstand aufgezeigt bzw. von einem Inserat abgeschrieben, es werden aber keine möglichen Lösungen angeboten.
Wenn ich diesen Beitrag lese, weiß ich danach, dass ich beim Schwarzzüchter keinen Hund um 1500 Euro kaufen soll.

Wenn man sich schon über die hohen Preise für wenig Leistung mokiert, dann sollte man zum Vergleich auch einen seriösen Preis kennen. Dieser wird aber, beispielsweise im Internet, verschwiegen und erst auf telefonische Anfrage bekannt gegeben. Warum macht man hier so ein Geheimnis daraus wenn man sich ohnehin mit u.a. Kosten (die aber auch nicht jedem bekannt sind) rechtfertigen kann? Solange das nicht transparenter gestaltet wird, braucht man sich nicht zu wundern, dass keiner weiß was ein Hund wirklich wert ist (hier meine ich natürlich nur die Anschaffungskosten).

Besuch von Ausstellungen um überhaupt züchten zu dürfen
Zuchtzulassung
Decken durch einen Rüden (der auch Ausstellungen besuchen muss!)
sämtliche Untersuchungen der Mutterhündin und der Welpen
Kosten für die Errichtung und Einrichtung der Zuchtstätte
Futter und Aufzucht der Welpen
Impfungen und Chip

Nachdem hier für die seriösen Züchter in die Bresche gesprungen wurde, hätte ich gut gefunden, die Zuchtkosten aufzuschlüsseln.

Die Aussage, dass es eine Garantie dafür gibt bei einem seriösen Züchter ein gesundes Tier zu bekommen halte ich für naiv.

zu Kommentar Dani zu Tina
Nur die Schwarzzüchter zu verurteilen, die Käufer aber nicht, ist scheinheilig. Wer verursacht denn , das wieder und wieder schwarz gezüchtet wird. Wenn keine Nachfrage herrschen würde, würde sich das Problem schließlich von selbst lösen.

Ist es unvorstellbar, dass auch sog. seriöse Züchter z.B. durch einen Modetrend mehr Tiere züchten als sie vielleicht ursprünglich geplant haben?
Also wenn man schon kritisiert,sollte man auch die schwarzen Schafe dieser Züchter miteinbeziehen.
Nichts für ungut
Silvia

Sabine (Animagi) hat gesagt…

Hallo Silvia,

Vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar zu diesem Thema. Du hast natürlich Recht, dass es für einen unerfahrenen Käufer, der vielleicht vorher noch nie einen Rassehund besessen bzw. erworben hat schwierig ist die richtige Adresse zu finden. Dennoch hätte ich damals vor dem Kauf meines ersten Whippets niemals auf den Seiten gesucht auf denen schwarz gezüchtete Hunde angeboten werden.

Gerne kann ich hier einmal auflisten, was es einem seriösen Züchter kostet seine Hündin zur Zucht zuzulassen und einen Wurf zu ziehen
(Zeitaufwand für Sozialisierung und Sauberhaltung der Zuchtstätte, Errichtung der Zuchtstätte mit Welpenzimmer und Garten nach Vorschrift, Beratung der Welpenkäufer vor und nach dem Kauf nicht miteinbezogen):

1. Ausstellungsbesuche (Minimum): der Hund muss in der Zwischenklasse mindestens ein „vorzüglich“ oder wenn er nur ein „sehr gut“ bekommt, auf zwei Ausstellungen ein sehr gut erreichen. Mindestkosten: Meldegebühr: 40-50 Euro (exklusive Anreise)
2. Patellauntersuchung: 50.- Euro (exklusive Anreise, diese Untersuchung muss bei einem auf diese Untersuchung spezialisierten Tierarzt durchgeführt werden)
3. DNA-Untersuchung: 40.- Euro Formulargebühr, 30.- Blutabnahme (bei meiner Tierärztin)
Besuch eines Züchterseminars alle 2 Jahre: 20.- Euro (exklusive Anreise)
4. Gebühr für Deckrüden: ca. 800-1200 Euro (bestimmt der Rüdenbesitzer)
5. Anreise zum Deckrüden + Übernachtung: bsp. Nisha & Quattro Fahrtkosten 80.-Euro; Übernachtung: 70.- Euro
6. event. Ultraschall: 50.- Euro
7. Tierarztkontrolle nach Geburt (Hausbesuch): 120.- Euro
8. Impfen + Chippen + EU Impfpass: ca. 120.- Euro / Welpe
9. Entwurmung (Welpan): 50.- Euro
10. Wurfabnahme: 70.- Euro
11. Stammbaum: 60.- Euro / Welpe
12. Fütterung der Welpen bis zur 9. Woche: pauschal ca. 100.- Euro / Welpe


Mit dem Punkt dass auch angemeldete Züchter dem Modetrend folgen und mehr züchten hast du sicherlich Recht, Silvia, in wie weit man bei diesen dann aber von seriös sprechen sollte weis ich nicht. Zu diesem Thema wollte ich sowieso einmal ein Update schreiben, bin aber in der letzten Zeit noch nicht dazu gekommen.

Liebe Silvia, herzlichen Dank für diesen sehr wichtigen Kommentar. Ich hoffe dir und hoffentlich auch vielen anderen Lesern eine Hilfe gewesen zu sein.

Stefanie hat gesagt…

Da muss man echt einen "Schuss" haben, wenn man einen Hund um diesen Preis ohne Papiere kauft. Es sollte eine Strafe für Schwarzzüchter geben oder eine Preisgrenze, damit ihre Massenzüchtungen keinen Sinn mehr ergeben. Der einzige Sinn ist doch Geld oder?